Geboren 1969 ...

Schon kurios, wie man so aufwachsen kann, am Übergang von Schwarz-Weiß zu Farbe und nicht etwa abgewinkelter Oberarm in die Hüfte gestemmt, Schulter nach vor, zur Seite gedreht, wie es sich gehört und wie man das eben zu wissen hat von Kindesbeinen an, nein, Fotos mit Kniescheiben von vorne, ein Verbrechen die Perspektive, würden manche sagen und auch in der Jugend ist es nicht besser geworden, denn da, wo ich herkomme, gab es nur Schandamarie und keine Style-Polizei, hätte es Likes gegeben, was wäre bloß aus den Schulterpolstern geworden? 

Doch irgendwie ...

 wird immer aus allem etwas und auch aus jedem und jeder, und manchmal dauert die Werdung dann eben ein ganzes Leben lang, was ja auch nicht unbedingt von Nachteil sein muss, denn wer will denn schon jemals fertig sein und was dann?

 

Später ...

 nachdem das Schwarz-Weiß und die Dauerwelle auch irgendetwas geworden sind, nämlich Erinnerungen und nachdem der erste Job in der Kabelfabrik - Fräulein hat der Chef noch gerufen - und der nächste in der Bank in Südafrika und der übernächste in der Papierindustrie, an den Nagel gehängt waren, wurde eine Praxis für japanische Gesundheitstherapie gegründet und immer, als Hintergrundbild festgelegt quasi, die Malerei, das Texten und Satzbauen im Kopf, hineingeschlungen in alle Büros und Berufe, immer die Bilder, die Farben, die Zeilen. 

2018 fürwahr ...

also kein Fräuleinwunder beim Absprung in den Literaturdschungel, einen Roman auf den Rücken geschnallt und dann die Liane losgelassen, eine Kletterpflanze, wenn ich so nachdenke oder Mauerkatzen wachsen auch aus Mischböden heraus.

Und heute ...

weiß kein Mensch, wo das alles noch hinführen wird.